Helmut Jansen ist tot.

Am 16. Januar ist Helmut Jansen im Alter von 65 Jah­ren ver­stor­ben.
Das ist be­trüb­lich, aller­dings hat er das schon 1992 ge­macht.

Helmut liegt rum

Hel­mut hat sein Plätz­chen am Weges­rand ge­fun­den, wo Simpl auf dem Weg zu den Bienen vor­bei­kommt. Und ich muss sa­gen:
Nicht schön.
Ich möchte jetzt dem Hel­mut keinen direk­ten Vor­wurf machen, beim Thema Garten­arbeit ist er ja raus. Außer noch ein biss­chen vor sich hin­düngen, viel­leicht. Aber seine Kumpels, seine Familie oder we­nig­stens ein be­auf­trag­tes Grab­pflege­unter­nehmen hätten ruhig etwas mehr Ord­nung hal­ten kön­nen. Es ist, wie man so schön sagt, Kraut und Rüben bei Helmut!
Helmut liegt rum

Mit der Art von Grab­ge­stal­tung ist Hel­mut das Ge­spött der Nach­bar­schaft, würde ich wetten. Wo­hin man blickt: mehr oder weniger gut ge­pflegte Grab­stätten, ge­stutzte Bäum­chen, Grab­lichter.
Und bei Helmut? Da sieht es aus, als hätte man ihn flüch­tig ver­buddelt, noch eine Hand­voll Distel-­Samen ver­streut und sich dann eiligst aus dem Staub ge­macht. Den festen Vor­satz, nicht wieder­zu­kommen, hat man offen­sicht­lich be­herzigt……
Der Grab­stein ist um­gekippt und schon halb in der Erde ver­sunken, alles ver­wuchert und ver­wachsen. Hier ist seit 1992 quasi Tote Hose.

Helft Helmut

Simpl, die Imkerei für alle Lebens­lagen, scheut sich auch hier nicht, per­sön­lichen Ein­satz zu zei­gen. Unter dem Motto „Helft Helmut“ wurde unter tat­kräfti­ger Mit­hilfe zweier Hilfs-­Imker an einem sonnigen Oktober­tag Helmuts Messi-­Problem an­ge­gangen. Mit einem RTL-­mäßigen Set-­Up wie für „Zu­hause im Glück“280px-Zuhause-im-Glück-Logo.svg werden weder Kosten noch Mühen ge­scheut, es „bei Helmut“ wenn schon nicht direkt wohn­licher, so doch wenigstens ge­pfleg­ter aus­sehen zu lassen. Und natür­lich Simpls Weg zur Ar­beit an­sehnlicher zu ge­stalten.
Wir be­ginnen im Garten­center.

Lazarus-­Wochen im Garten­center: An­ge­bote zum Auf­er­stehen.

Ein­kauf im Garten­center. Für etwas mehr als 10 € be­kommen wir:

  • 45 Liter Grab­erde,
  • drei Erica­ceae
  • eine Tüte Blumen­zwiebeln (bienen­tauglich!)
  • einen kleinen Ton­topf
  • ein Grab­licht.

Fried­hofs­imker

1030105Fried­hofs­imker – Ein Name der ver­pflich­tet: Wir rücken mit Gerät bei Helmut an und wer­fen uns sofort ins Zeug.
Die Hilfs­imker rupfen alles Krautige raus, ent­fernen Wurzel­werk, Steine, Äste und hauen mit der Harke, dass es nur so scheppert.
Ein­zig der im Boden ein­gesunkene und völlig fest­ge­rottete Grab­stein lässt sich trotz hand­fester Be­mühun­gen nicht wieder auf­richten.
Erst der Ein­satz eines Wagen­hebers aus dem Imker­mobil lässt Hel­muts Stein wieder in die Senk­rechte kommen. Nach einer Wasser-­und-­Bürsten-­Behand­lung sieht der Stein dann schon viel an­sehn­licher aus.

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Die Blumen­zwiebeln wer­den ver­graben, damit es auch im Frühjahr gut aus­sieht, das Grab­licht im Topf platziert und die Grab­erde groß­zügig ver­teilt. Die vorher aus dem Grab ge­sammelten Steine werden sauber ge­macht und zusammen mit den Erica deko­rativ an­geordnet.

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Vorher – Nachher

Helmut kann durch­aus zu­frieden sein:

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Urban Graving

Als kon­sequente Fort­führung des hippen urban gardening wird urban graving mit Sicher­heit ein Trend. An­statt auf irgend­einem Haus­dach mit zweifel­hafter Tritt­stärke  oder einer hygienisch be­denk­lichen Ver­kehrs­insel-­Begrünung irgend­welches Gemüse zu päppeln, kann man beim urban graving die Ruhe und Be­sinn­lichkeit der Um­gebung ge­nießen. Dazu tut man je­mandem was Gutes, an den lange keiner mehr ge­dacht hat und er­lebt die Zu­frieden­heit, die sich durch Garten­arbeit auto­matisch ein­stellt. Also Extrem-­Karma!

Graveyard sponsership by Imkerei Simpl

Es würde mich nicht wun­dern, wenn die Imkerei Simpl bald ein weiteres Pro­jekt mit muy social impact startet:
Grave­yard Sponsor­ship – be part of tomorrow!
Infineon benutzt zwar so einen ähn­lichen Claim, aber in einem an­deren Zu­sammen­hang, meine ich.
Man stelle sich vor: Je­der könnte Paten­schaft für ein ver­waistes Grab über­nehmen, es in Ord­nung bringen und hal­ten. Es könnte eine Daten­bank geben, auf der man Grä­ber finden oder melden kann. So ein biss­chen wie bei ParShip: „Alle 11 Minuten pflegt eine Single ein Grab!“. Oder so ähnlich.
Es gäbe Urban-­Graving-­Club­treffen, UG-­Merchan­dising-Artikel, Kunden­rezen­sionen und den ganzen Community-­Kram!

Unbenannt

Wir sollten damit an­fangen!


heide­blitz


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